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Wir über uns.

Den Programmen des Ensembles MUSICA FIORITA liegt der Kontrast zwischen geistlicher und weltlicher Musik der Spätrenaissance und des Frühbarocks zugrunde. Besonderer Wert wird auf die Gegenüberstellung von Vokal- und Instrumentalmusik gelegt.

«Wenn wir französische und italienische Musik in ein- und demselben Konzert spielen, kommt es schon vor, dass wir alle mit mehreren Instrumenten anreisen. Der Klang meines italienischen Cembalos ist direkt, präsent, ja sogar ein bisschen knallig, das französische hat dafür mehr Obertöne und klingt ein bisschen parfümiert. Ein ideales Instrument für die vielen kleinen Trillerchen.»


Vor einigen Jahrzehnten war die Musik des Hochbarocks der Ausgangspunkt für die Neubewegung in der Praxis der Alten Musik. Danach galt das Interesse der Musik der Renaissance, später der Musik des Mittelalters. Heute stehen vor allem Klassik und Frühromantik im Mittelpunkt.

«Ich bin eine Bibliothekenmaus und mag es ausserordentlich, die alten Bücher in Händen zu halten. Die grösste Freude ist mir, eine vergessene Komponistin oder einen unbekannten Komponisten zu finden. Wenn ich dann ein Manuskript anschaue, achte ich auf die Harmonien und den Rhythmus – wie interessant sind sie? – und auf das Verhältnis der einzelnen Stimmen zueinander. Daran sehe ich gleich, ob ich einen Edelstein gefunden habe.»

Dagegen ist das 17. Jahrhundert in mancher Hinsicht unbekannt geblieben. Dabei zeichnet sich doch die Musik genau jener Zeit - und ganz besonders diejenige aus Italien - durch grosse Originalität, Kühnheit und Frische aus. Dies macht Aufführungen dieser Musik wahrhaftig zu einem musikalischen Erlebnis.

«Wenn wir zum Proben kommen, arbeiten wir sozusagen rund um die Uhr. Wir diskutieren, probieren aus, verwerfen, manchmal streiten wir auch, dann wird gegessen, italienisches Essen, und danach entspannt. Es ist üppig und barock. Auf jeden Fall nicht aseptisch.»


Das Repertoire, das Instrumentarium und die Generalbasspraxis von MUSICA FIORITA berücksichtigen die aktuellsten Strömungen in der Praxis der Alten Musik. Das Klangbild des Ensembles wird charakterisiert einerseits durch das damals wohl beliebteste Instruments, den Zink (Cornetto), aber auch durch die Traversflöte und eine vielfältig besetzte Generalbassgruppe, die aus Theorbe, Laute, Harfe, Psalterio, Barockcello, Viola da Gamba, Cembalo und Orgel besteht. Andererseits legt das Ensemble höchsten Wert auf die stilgerechte, reich verzierte Art des Gesangs der damaligen Zeit. Dies wird auch im Namen MUSICA FIORITA widergespiegelt: der altitalienische Ausdruck für Verzierung war „Fioritura“.

«Fiorita heisst blühend, blumig, unsere Musik ist blumig. Auf dem Papier sieht sie oft recht dürr aus, dann beginnen wir auszuzieren und zu improvisieren. Das ist Musica fiorita.»


Die Mitglieder des Ensembles stammen aus den verschiedensten Ländern und haben sich während ihres Studiums an der Schola Cantorum Basiliensis zusammengefunden.

«Da wir alle aus der gleichen Schule kommen, sprechen wir auch die gleiche musikalische Sprache. Wir wissen also, dass hier die Laute eine Verzierung macht und dass dort die Geige frei ausgestaltet. Und selbst wenn das jedes Mal anders klingt, überrascht es uns nicht: wir hören einander einfach zu. Wir machen alte Musik, weil wir wach sind.»


MUSICA FIORITA wird von der Cembalistin Daniela Dolci geleitet.